Alexandra Stahl

Tschikago

Roman
Cover: Tschikago
Claassen Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783546101639
Gebunden, 272 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Frangfodd is schlimmer als Tschikago! Mit dieser Warnung des Großvaters, der fast Amerikaner geworden wäre, aber doch Elektriker in Unterfranken blieb, wächst die Ich-Erzählerin auf. Ihre Großmutter hat es mit Katzen und Puppen, ihr Großvater hält sich an Steckdosen und Kabel. Auch wenn die beiden zanken wie Laurel und Hardy - sie verbindet diese eine Art von Liebe, die siebenundfünfzig Jahre hält. Als der Großvater stirbt, beginnt die Erzählerin als Freiwillige in einem Berliner Seniorenheim - ohne zu ahnen, wie sehr ihre alte und ihre neue Welt zusammengehören. Frau Bellmann, die Wasserratte vom Werbellinsee. Herr Uhlig, der Träumer, der Schach mit der dänischen Königin spielen will. Frau Schubert mit ihrem scheuen Lächeln.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.08.2026

Ein Roman ist dieses Buch nicht, stellt Rezensent Rainer Moritz fest. Eher eine Ansammlung von Fragmenten, ein Haufen Notizen und obendrein ziemlich ungeordnet. Es lohnt sich allerdings, so Moritz, diesen Haufen zu durchforsten, die zahlreichen Zitate und selbstreflexiven Hinweise ins Kröpfchen zu sortieren und sich auf den Rest zu konzentrieren. Denn eines kann diese Autorin wirklich: Mit angemessenem Respekt und dennoch humorvoll von der letzten Lebensphase erzählen. Empathisch, mit einem Sinn für Details beschreibt die Ich-Erzählerin in "Tschikago" zunächst das Leben ihrer Großeltern, deren Alltag, ihre Rituale, Marotten und Schwierigkeiten. Nach dem Tod ihres Großvaters beginnt sie dann einen Gesprächskreis in einem Seniorenheim zu leiten, was ihr Anlass gibt, sich im zweiten Teil des Buches hingebungsvoll den Geschichten und Routinen der Heim-Bewohnerinnen und Bewohner zu widmen. Am Ende schließlich kehrt sie noch einmal zu ihrer Großmutter zurück. Es ist ein warmer und persönlicher Text, den Stahl hier geschrieben hat, ein Text, der "nachdenklich stimmt", auch wenn er seine angemessene Form - sein literarisches Töpfchen - nicht gefunden hat, so das Resümee des Rezensenten.

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